Dienstag, 27. November 2012
Der 1-Minuten-Test zur IT-Kompetenz
Manchmal kann es so einfach sein, sich einen Überblick über die IT-Kompetenz seines Gegenübers (sei es eine Einzelperson oder ein börsennotiertes Unternehmen) zu verschaffen: Man startet eine Ordnersuche ab dem Stammverzeichnis und sucht gezielt nach den beliebten Ordnernamen "Neuer Ordner" und/oder "New Folder". Diese Anzahl setzt man in Relation zur Gesamtanzahl an Ordnern und bildet so einen Wert der im ungünstigsten Fall 1 und im besten Fall 0 beträgt.
Wenn das Ergebnis 0,1 überschreitet oder die absolute Anzahl an Treffern > 5 ist sollte man mit diesem Gesprächspartner entweder das Thema Computer weitläufig meiden oder Geld für Beratung verlangen.
Unbestätigten Gerüchten zufolge ist das die einzige echte Auswertung die bei Unternehmensberatungen zählt. Alles andere wird nur für die Berichte dazu erfunden.
Dienstag, 18. September 2012
So ist der ehrliche mal nicht der Dumme
Man kennt ja die vorgedruckten Antwortumschläge von Firmen. Darauf prangt an der Stelle an der die Briefmarke zu vermuten ist meist ein Aufdruck.
"Porto zahlt Empfänger" ist eindeutig - die Firma lädt ein. Man nimmt gerne an.
Schwieriger wird es bei "Bitte freimachen". Diese Bitte klingt ungefähr so wie "Bitte hier nicht rauchen" und entspricht somit also eher einem freundlich formulierten Befehl.
Doch wie steht es mit "Bitte freimachen, falls Marke zur Hand". Als Mann der offenen Worte habe ich schon vor Jahren für mich entschieden, dass ich - ob so viel Freiheit - eigentlich nie eine Marke zur Hand habe. Es gab noch nie Zustellprobleme solcherart versandter Briefe. Der ehrliche ist also mal nicht der Dumme. Dem Erfinder dieser Formulierung sei Dank.
"Porto zahlt Empfänger" ist eindeutig - die Firma lädt ein. Man nimmt gerne an.
Schwieriger wird es bei "Bitte freimachen". Diese Bitte klingt ungefähr so wie "Bitte hier nicht rauchen" und entspricht somit also eher einem freundlich formulierten Befehl.
Doch wie steht es mit "Bitte freimachen, falls Marke zur Hand". Als Mann der offenen Worte habe ich schon vor Jahren für mich entschieden, dass ich - ob so viel Freiheit - eigentlich nie eine Marke zur Hand habe. Es gab noch nie Zustellprobleme solcherart versandter Briefe. Der ehrliche ist also mal nicht der Dumme. Dem Erfinder dieser Formulierung sei Dank.
Montag, 27. Juni 2011
DRM von Ubisoft schiesst über das Ziel hinaus
Zweifellos haben Spielehersteller ein Recht darauf, ihre Software gegen unerlaubte Vervielfältigung zu schützen. Und wer etwas anderes behauptet, der hat sich selbst noch nie sein Gehalt durch Programmierung verdient. Soweit so gut. Dass es keinen unknackbaren Kopierschutz gibt und daher Kopien im Netz kursiren sei mal dahin gestellt. Aber was einem Käufer bei Ubisoft zugemutet wird, geht so weit am Ziel vorbei, dass die ehrlichen Käufer am Schluss die Dummen sind, weil sie das Spiel schneller und unkomplizierter illegal hätten spielen können als dies auf legalem Weg möglich ist.
Nehmen wir doch mal das Spiel "Die Siedler 7" von Ubisoft (die in der Vergangenheit schon öfters durch sehr gängelnde Kopierschutzmaßnahmen auffällig wurden). Nach dem Kauf des Spieles im Laden musste ich mich folgendem Martyrim unterziehen:
1. Installation von DVD (ging relativ problemlos)
2. Der erste Aufruf des Spieles endet darin, dass ein "Update" heruntergeladen werden muss. Schlappe Größe: 1,2 GB! Einfach so. Man fragt sich, wofür überhaupt eine ganze DVD installiert wurde und warum da nicht nur ein kleines Installer-Programm drauf war. Böse Zungen würden behaupten: Weil der Kopierschutz so viel Platz braucht. Leider startet das Spiel ohne das "Update" gar nicht erst. Ich kann also trotz gekauftem Spiel nicht spielen. Nicht auszudenken, wenn ich auf Reisen wäre...
3. Das Herunterladen des Updates geht erschreckend langsam vor sich. Trotz 18.000 DSL-Anschluss sind mehr als 100 KB/s nicht drin. Überlastung am Server? Das ständige Hängenbleiben sorgt dafür, dass immer wieder neu der Download angestossen werden muss. Und mit immer wieder meine ich: Über einen Zeitraum von mehreren Stunden.
4. Ich entscheide mich nach drei Stunden, dass ich den Download über Nacht laufen lasse (schön die Energieoptionen einstellen, sonst hibernaten wir uns zu Tode), damit ich am nächsten Tag - endlich - spielen kann.
5. Am nächsten Morgen die böse Überraschung: Leider wieder abgebrochen. Also wieder anschmeissen und warten. Und wieder anschmeissen. Und warten. Und wieder... - ihr versteht was ich meine, oder?
6. Am Abend des zweiten Tages ist es dann soweit: Das "Update" ist installiert. Das Spiel lässt sich starten. Doch was ist das: Ich muss mir ein bescheuertes Online-Profil anlegen, meine Mailadresse angeben, 10 Seiten Text behaupten durchgelesen zu haben, mehrere Kontrollkästchen deaktivieren (damit ich nicht in Werbemüll ertrinken muss) und dann...
7. Geht es auch "schon" los.
Liebe Leute von Ubisoft: Wie lange wird es noch dauern, bis ihr versteht, dass Internetaktivierung eine Sache, die unnötige Gängelung des Kunden aber eine ganz andere ist. So macht ihr die Argumentation für Raubkopierer allzu einfach...
Geschrieben von Daniel de West
in Meinung, Nerd-Stuff, Spiele
um
20:18
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Mittwoch, 26. Januar 2011
Mitten drin im Desaster
Wie sich eine Katastrophe wie das Erdbeben von Haiti für die Betroffenen anfühlt, kann man sich kaum vorstellen. Doch jetzt gibt es eine Möglichkeit, sich dem ganzen in Form eines Online-"Spieles" zu nähern. Als Überlebender, Helfer oder Journalist wird man ins Geschehen geworfen und fühlt sich dank gut gemachter Videos mittendrin. Immer wieder bekommt die Möglichkeit zu entscheiden, was man tun möchte - was natürlich wieder Folgen hat. Es geht nicht darum zu gewinnen oder seinen Charakter hochzuleveln, sondern um Information, Empathie und Verständnis. Ein spannendes Konzept, das meiner Meinung nach sehr gut aufgeht:
http://www.insidedisaster.com
Dienstag, 13. Juli 2010
FIFA - die unschöne Seite des Fußballs
Zur WM-Zeit fällt es so ziemlich jedem schwer, sich der Faszination Fußball zu entziehen. Und ja - dieses Mal war ich sehr begeistert vom wunderschönen Kombinationsfußball, den das deutsche Team gespielt hat. Doch einige Artikel im Umfeld der sportlichen Berichterstattung haben mich sehr ins Grübeln gebracht. Nicht so sehr über das häßlich-unsportliche Finale, sondern viel mehr wegen der Mängel der Organisation FIFA. Was stört mich konkret?
1. Der Verzicht auf sinnvolle technische Hilfsmittel
Man mag es einfach nicht glauben: Es gibt zuverlässig erprobte technische Möglichkeiten, um die Position des Balles zu jedem Zeitpunkt des Spieles zentimetergenau festzustellen. Trotzdem setzt die FIFA immer noch ausschliesslich auf das menschliche Auge. Und provoziert sogar in WM-Spielen teilweise kuriose, offensichtlich falsche Schiedsrichter-Entscheidungen. Technisch hat sich seit dem Wembley-Tor viel getan - doch die FIFA wehrt sich dagegen.
2. Die unprofessionelle Handhabung der Spielzeit
In den meisten professionell betriebenen Spielen ist es derzeit üblich, nur die reine Spielzeit zu zählen. Jede Auswechselung, jeder Einwurf, jeder Abschlag - all das ist keine Spielzeit z. B. im Basketball. Und man weiß genau wie lange die Spielzeit dauern wird. Außerdem ist das ganze meist gekoppelt mit Extra-Regeln, die z. B. bei einem Angriff innerhalb einer bestimmten Zeit einen Schussversuch vorschreiben. Ganz anders im Fußball - hier kommt es regelmäßig zu langweiligen, spielverzögernden Aktionen. Der Klassiker ist das Herauszögern eines Abschlags, unglaublich langsam ausgeführte Auswechslungen in den letzten Spielminuten oder lahmes Hin- und Hergekicke bis die Zuschauer einschlafen. Und der Gipfel des Ganzen: Eine Verlängerungsmöglichkeit um bis zu 4 Minuten nach Gutdünken des Schiedsrichters. Tut mir leid, aber diese Handhabung der Spielzeit macht das Spiel weniger attraktiv, als es sein könnte und entspricht nicht mehr der Zeit.
3. Der Verzicht auf professionelle Schiedsrichter
Mit Fußball werden Milliarden umgesetzt. Trotzdem gibt es so gut wie keine hauptberuflichen Schiedsrichter. Das muss man sich mal vorstellen: Da "kosten" einzelne Spieler im Jahr mehrere Millionen Euro, bei Sportwetten geht es um Hunderte von Millionen. Und geleitet und entschieden werden diese Spiele von schlechtbezahlten Freiwilligen, die sich teilweise für einen Plasmafernseher der 10.000 Euro kostet bestechen lassen um etliche Spiele zu manipulieren. Außerdem wird jegliche Objektivierung (Videobeweis, Ballortung, Nachträgliche Korrektur etc.) konsequent verweigert. Entschuldigung, aber da drängt sich irgendwie die Frage auf, ob da nicht jemand mit verdient an soviel Unprofessionalität.
4. Die Diktatur der Bilder
Was interessiert einen bei der Übertragung von Fußballspielen? Möglichst nahe Aufnahmen und ab und an ein Überblicksbild. Gerne auch mal unterschiedliche Perspektiven. Und was bekommt man bei der WM zu sehen? Weltweit die exakt gleichen Bilder, da die FIFA die Bildregie übernimmt und - oh Wunder - man kriegt die meiste Zeit über Totalaufnahmen gezeigt, weil man da die Werbebanden so gut sehen kann. Spannend dazu auch folgendes Interview.
5. Der sorglose Umgang mit Geld
Während der WM kam ein großer Bestechungsskandal in der FIFA ans Licht. Leider fand keine Aufklärung statt. Stattdessen wurden die überführten Schuldigen mit Geldstrafen (bei einem Bestechungsskandal!) belegt und ihre Namen verschwiegen. Aufklärung sieht anders aus und so stellt man auch keine Glaubwürdigkeit her...
Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, dass in der FIFA sich ein paar überalterte Funktionäre die Bäuche und Brieftaschen vollschlagen und dringend notwendige Reformen aktiv verhindern. Wahrscheinlich weil sie selbst von den bisherigen Unzulänglichkeiten profitieren. Schade das ganze. Und angesichts der Milliardenumsätze auch nicht gerechtfertigt.
Anhang:
Bisher fand ich es einfach eine nette Geste der deutschen Bundestrainer bei den letzten Spielen quasi alle Kadermitglieder einzusetzen. Erst diese Woche habe ich den Hintergrund kapiert: Es gibt eine Prämie für das Erreichen des Halbfinales. Im Jahr 2010 für die deutschen Spieler 100.000 Euro - pro Person wohlgemerkt. Aber eben nur, wenn man auch gespielt hat. Wie lange ist egal. Sprich: Die 3 Minuten Einsatzzeit für Serdar Tasci und die 90-Minuten-Oldie-Show von Butt haben sich extrem gelohnt. Es ist ja nicht so, dass die Spieler leer ausgehen, wenn sie nicht gespielt haben, nur die Prämie gibt es halt nur für aktiv eingesetzte Spieler. Ganz ehrlich: Wenn Jogi Löw das Budget für die Nationalmannschaft selbst wie ein Geschäftsführer verwalten müsste, dann hätte er wohl auf diese großzügigen Geschenke verzichtet. Oder - was noch schlimmer wäre - die Budgets sind tatsächlich so groß wie ich es befürchte und es kommt auf diese Prämien einfach nicht an. Ich habe da irgendwie wenig Verständnis für.
So, jetzt aber wieder auf die nächsten Spiele konzentrieren ;-)
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